AIN (anale intraepitheliale Neoplasie) und Analkarzinom

Verschiedene Hautverkrankungen der Afterumgebung und des Analkanals werden nur noch nach dem Grad der mikroskopisch erkennbaren Gewebsveränderungen bezeichnet und eingeordnet. Diese Einteilung zwischen AIN I und AIN III (anale intraepitheliale Neoplasie I - III) orientiert sich an dem Fortschreiten der Störung im Gewebsaufbau und damit dem Schweregrad der Erkrankung. Dieser Verlauf erreicht u.U. im letzten Stadium eine bösartige Neubildung (Analkarzinom).

Bestimmte Virustypen  aus der Kategorie der Humanen Papillomviren (HPV) sind unter anderem in der Lage, die beschriebene Krankheitsentwicklung  zu initiieren. Die Übertragung des Virusmaterials erfolgt meist über Geschlechtsverkehr. Erstmalig beobachtet wurde dieser Prozess bei der Entstehung des Gebärmutterhalskarzinoms.

Da die Erkrankung  auf einer Linie von geringer bis schwerster Veränderung der Gewebsstrukturen - mit dem Endstadium eines Analkarzinoms - verläuft, ist die frühzeitige, zutreffende Diagnose von eminenter Bedeutung.

Der dermatologisch versierte Proktologe erkennt solche Veränderungen zunächst aufgrund des klinischen Bildes, wobei dieser Beobachtung nur ein sehr wichtiger Hinweischarakter zukommt. Entscheidend ist die nachfolgende Entnahme einer Gewebsprobe und deren mikroskopische Beurteilung. Allein das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung gibt vor, welche therapeutischen Schritte verpflichtend sind.

Die Behandlungsoptionen können von einer zunächst beobachtenden Haltung, über die Anwendung von antiviralen Salben und Analtampons bis zu operativen Maßnahmen oder ggf. einer Radio-Chemotherapie reichen.

Ein nachgewiesen hohes Erkrankungsrisiko besteht für Personen mit erheblich verminderter Immunabwehr. Auch Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern ohne Kondomschutz  bzw. ungeschützte, anale Sexualpraktiken gefährden in besonderer Weise hinsichtlich der Krankheitsentstehung.  Starkem Nikotinkonsum wird ebenfalls eine krankheitsbegünstigende Rolle zugemessen.