Tumore des Enddarms und Dickdarms 

Im Enddarm finden sich häufig kleine Analfibrome, die am Übergang vom Analkanal zum Mastdarm entstehen und eine erhebliche Größe erreichen können, so dass sie aus der Afteröffnung vorfallen, ein dumpfes Druckgefühl auslösen und eventuell auch die Stuhlkontrolle erschweren. Man nennt sie auch "Analpolypen". Sie sind harmlos, können sich niemals zur Bösartigkeit wandeln und werden in örtlicher Betäubung entfernt. Allerdings können im Analkanal auch Karzinome entstehen, die ein sehr schnelles Wachstum zeigen und der frühen Diagnose und Behandlung bedürfen. Diese machen sich durch Schmerzen, Blutungen und unkontrollierten Stuhlabgang bemerkbar. Das Aussehen des Tumors und die Gewebsuntersuchung bringen die diagnostische Sicherheit. Therapeutisch wird mit gutem Erfolg eine kombinierte Radio-Chemotherapie eingesetzt, die die Funktion des Schließmuskelorgans erhält. Die häufigsten Tumoren des Dickdarms sind Dickdarmpolypen, die in Einzelfällen so groß werden, dass sie das Darmlumen verlegen und den Abfluß des Stuhls zu behindern vermögen. 

Sie können durch Blutbeimengungen im Stuhl auffallen. Diese Polypen sind zunächst gutartig und werden im Rahmen einer kompletten Untersuchung des Dickdarms mit einer elektrischen Schlinge abgetragen. Unentdeckt können sie sich nach Jahren zu einem bösartigen Tumor, einem Dickdarm-Karzinom wandeln. In manchen Familien besteht eine erbliche Veranlagung für die Entstehung dieser Polypen in großer Zahl und bereits im frühen Erwachsenenalter. In diesen Fällen ist eine besonders sorgfältige und engmaschige Kontrolle angezeigt. Ggf. ist auch eine Entfernung des Dickdarms erforderlich um eine Karzinomentstehung zu vermeiden. Ist bereits eine Wandlung vom Polyp zum Karzinom eingetreten, so kann sich dies für den Patienten durch Blutungen beim Stuhlgang, einen Wechsel der Stuhlentleerungsgewohnheiten oder unkontrollierten Stuhlabgang mit Darmgasen bemerkbar machen. Auch hier ist die möglichst frühzeitige Entdeckung mit nachfolgender operativer Entfernung von großer Wichtigkeit. 

Die operative Therapie richtet sich danach aus, wie weit der Tumor bereits fortgeschritten ist. Die modernen Operationstechniken haben die Anlage eines künstlichen Darmausgangs eher selten werden lassen. Je früher der Tumor diagnostiziert und therapiert wird, je besser sind die Chancen einer vollständigen Heilung. In diesem Zusammenhang wird die Notwendigkeit einer jährlichen Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr mit einem Test auf verstecktes Blut im Stuhl besonders deutlich. Patienten, in deren nächster Verwandtschaft (Eltern, Großeltern, Geschwister) ein Dickdarmkarzinom aufgetreten ist, sollten mit dem 50. Lbj. eine vorsorgliche Spiegelung des gesamten Dickdarms (Koloskopie) durchführen lassen.